
Am Samstag den 7.Juli 2001 zog ein gewaltiger Sturm über Bayern
hinweg. Auch über den Tegrnsee ist er hereingebrochen.
Trotz Sturmwarnung sind an diesem Tag noch etliche Segel.- Motor.-
und Ruderboote sowie einige Schwimmer und Surfer
auf dem See unterwegs.
Gegen etwa 14:45 ziehen schwarze Wolken aus Westen über Kaltenbrunn
und Bad Wiesse heran.
gegen 15:00 bricht der Sturm los. Fliegendes Wasser Sand Dreck alles
fliegt umher. Die erten Segelboote kentern.
Alle verfügbaren Rettungskräft sowie die SEG-Wasserwacht
Miesbach werden über Piepser und Funk alamiert.
Großeinsatz: 4 Menschen vor Tegernsee im Wasser; 2 Vor Quirin,
2 vor Bad Wiessee.
DLRG, Feuerwehr und Wasserwacht Gmund, Bad Wiessee und Wir (Tegernsee-Rottach-Egern)
rücken mit unseren
Schiffen aus.
Binnen Minuten ist der Tegernsee, der gerade noch so friedlich war,
wild und gefährlich tobend geworden.
Wellen von ca. 1m- 1.50m fliegendes Wasser Sturmböen.
Masten von Segelboten Brechen, Segelboote werden mit samt der Bojen
weggerissen und trieben Richtung Tegernsee.
Wir fahren Richtung Egerner-Bucht um die Lage in diesem Gebiet zu kontrollieren.
Kurz vor der Bucht, ein Segelboot an der Kaimauer aufgeregtes Winken.
Wir fahren sofort hin.
Menschen sind nicht in Gefahr, Gott sei dank. Wir nähern uns vorsichtig
dem Schiff und schmeißen dem Segelbootführer
ein Seil rüber. Dann ziehen wir das Segelboot rückwärts
erst einmal von der Mauer Weg. Das Wasser fegt über unser Boot hinweg
das Segelboot legt sich mit wehenden Segeln zur Seite, so heftig ist
der Sturm. Wir ziehen das Boot zu einer nahegelegenen Boje.
Beim zweiten Anlauf klappt es. Das Segelboot hängt sicher an der
Boje. Wir holen unser Seil ein, weiter gehts Richtung
Tegernsee. Meldung der Einsatzleitung, daß alle Personen, soweit
überblickbar, geborgen sind. Wir sollen umhertreibende
Schiffe bergen, wenn möglich, damit sie nicht an den Kaimauern
vor Tegernsee zerschellen gehen.
Da kommt auch schon eins mit Boje und Ankerkette. Wir nähern uns
vorsichtig von vorne d.h wir fahren gegen den
Sturm vor das Schiff und lassen uns lagsam antreiben, machen unser
Tau fest und ziehen (kämpfen) das Boot
Richtung Yachtclub Bad Wiessee. Eine Strecke für die wir bei normalen
Verhältnissen 3-4 Minuten brauchen,
benötigen wir bei diesem Wetter 25 Miuten. Der Sturm hält
immer noch an, Sand vom Tennisplatz von Bad Wiessee
fliegt uns in die Augen. Ein Anlegen im Yachtclub ist undenkbar mit
dem Segelbbot im Schlepp und so
beschließen wir das Segelboot am Bootsanlegesteg am Tersassenhof,
der etwas Windgeschützt liegt, festzumachen.
Kaum fertig kommt ein aufgeregter Ruderbootbesitzer, sein Boot ist
abgerissen und treibt Richtung Tegernsee.
Also fahren wir gleich wieder raus und suchen das Ruderboot. Wir sichten
es kurz vorm Strandbad Tegernsee.
Wir nähern uns vorsichtig und beschliesen das Boot an Bord zu
ziehen. Der Sturm lässt langsam etwas nach.
Wir fahren zum Strandbad Bad Wiesse und geben das Ruderboot ab. Der
Sturm hat aufgehört der Tegernsee
beruhigt sich wieder. Es ziehen dunkle Wolken über die Berge und
man kann den kommenden Regen schon sehen.
Wir melden uns bei der Einsatzleitung. Der Einsatz ist beendet und
wir können zur Station zurückkehrn, sollen aber
noch etws in Bereitschaft bleiben.
Am Abend hören wir die Meldungen vom Starnbergersee und Ammersee,
über die Verwüstungen und die Opfer und
sind froh, daß bei uns niemandem etwas passiert ist.
verfasst von Robert Künstner
13.07.2001
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